mgr's weblog

GPN4-Vortrag: Musik- und Audioprogramme unter Linux

June 12, 2005, Music
Last edited on January 16, 2006

Im Rahmen der diesjährigen, vierten GPN des Entropia aka Chaos Computer Club Karlsruhe habe ich am Samstag, den 21. Mai 2005, einen kleinen Vortrag über Musik- und Audioprogramme unter Linux gehalten.

Hier ein kleiner Handy-Schnappschuß von mir während des Vortrags, das ein netter Mensch gemacht hat, der sich seltsamerweise Tante Lore nennt:

Audiovortrag, ich mit CS1x

Letzterer hat übrigens einen Eintrag in sein Weblog über den Vortrag geschrieben: GPN4: MIDI-Audio unter Linux

Die vorgeführten Programme

  • JACK Audio Connection Kit
    • jackd — low-latency audio server
    • qjackctl — QT GUI Interface für JACK
    • jack-rack mit den LADSPA-Plugins:
      • VyNil — Plattenknistern mit einstellbarer Altersangabe auch für wenig stilvolle MP3s!
      • Rate shifter — brauchbarer Pitch-Shifter
      • GVerb — toller Reverb mit einstellbarer Raumgröße etc.
      • Canyon Delay
    • JAMin — JACK Audio Mastering interface
  • fluidsynth (momentan down) und die GUI qsynth — SoundFont synthesizer/sampler
  • LinuxSampler und dessen GUI QSampler — fetter Sampler für gigabytegroße Samples im Gigasample-Format
  • Muse — ziemlich brauchbarer MIDI- und Audiosequencer
  • Rosegarden4 — fetter Audio- und MIDI-Sequencer, Noteneditor und so weiter
  • ReZound — sehr brauchbarer graphischer Audiodateieditor
  • weitere kleine Programmchen

Vortragsfolien

GPN4-Linux-Audio-Slides, Slide 01

Die wenigen Einleitungsfolien gibt es im nativen Format von Acclaim (einer Lisp-angehauchten Syntax) und als Screenshot-PDF (238kB). (Mehr zu Acclaim gibt's hier.)

Odyssee vor Vortragsbeginn

Alles fing damit an, daß ich circa zwei Stunden vor dem Vortrag bemerkt habe, daß der VGA-Ausgang meines Thinkpads bedauerlicherweise nicht mehr funktionierte. Ja, ich hatte es schon früher mal gestestet und es hatte sogar unter Linux geradezu unglaublich simpel funktioniert: Einfach Fn-F7 drücken und im laufenden Betrieb wird der Inhalt des Displays auf den externen Ausgang gespiegelt, selbst unter X11 mit allem Drum und Dran.

Aber genau dann, wenn man es wirklich braucht, schlägt natürlich der gute, alte Murphy zu. Selbst mit BIOS-Einstellung "Console on external VGA" wollte es nicht mehr funktionieren. Naja, da darf ich demnächst mal den IBM-Kundendienst begutachten; habe mir ja nach meiner Odyssee mit dem sogenannten "Customer Care" (Sarkasmusalarm!) von Apple in weiser Voraussicht diesmal einen Vor-Ort-Service-am-nächsten-Werktag geleistet. Bin ja mal gespannt...

Allerdings war auch "Service am nächsten Werktag" in meiner Lage etwas zu langsam. Ein anderer Rechner mit VGA-Ausgang mußte her. Wieder einmal hat Neingeist ausgeholfen. So leicht war es aber dann immer noch nicht, denn zum einen habe ich natürlich nicht etwa MagicPoint oder OpenOffice für meine handvoll Einleitungsfolien verwendet, sondern meine Version von Daniel Barlows Acclaim.

Naja, ist ja noch nicht so wild, ein einfaches X-Forwarding hätte es getan. (Jaha, ich habe beim Schreiben von Acclaim, das immerhin rohes X ohne irgendein Toolkit benutzt, sogar darauf geachtet, daß das funktioniert.) Allerdings wollte ich zum anderen während meines Vortrages ein gutes dutzend an tönender Software vorstellen, unter Verwendung von externer MIDI-Hardware, wobei die Programmchen auch noch die Realtime-Capability des Linux-Kernels unbedingt benötigen (um dann aber auch mit excellent-niedrigen Reaktionszeiten aufwarten zu können).

Da will man dann schon seinen eigenen Window-Manager mit mehreren virtuellen Workspaces und vor allem mit gewohnten Tastenkombinationen haben. Also habe ich Neingeist gebeten mir einfach einen X-Server mit abgeschalteter Zugangskontrolle (xhost +) und eingeschaltetem TCP-Lauschen zu starten.

Das war's dann aber auch noch nicht, denn Neingeists Notebook ist auch nicht mehr das fitteste: Diverse Tasten sind kaputt, so daß das Leerzeichen nun auf der rechten Steuerungstaste liegt, Steuerung wiederum auf F11 und so weiter... Folglich habe ich mir einfach eine externe Tastatur besorgt und wenn ich schon dabei war, gleich noch eine "richtige" Maus.

Als das nun alles erledigt war und ich auch noch schnell die Tastatur sinnvoll umgemappt hatte (also Control und CapsLock sowie Escape und ^ vertauscht), hatte ich folgenden Aufbau vor mir:

Zwei Notebooks mit Netzteilen, eine Tastatur, eine Maus, einen ordentlichen Verstärker mit brauchbaren Boxen (Dank an Alex!), meinen Yamaha-Synthesizer namens CS1x und die kleine MIDI-USB-Box. All diese Geräte waren natürlich mit diverse Kabel verbunden, den Beameranschluß bitte nicht vergessen. Hm, dürften fünfzehn (15!) Kabelchen gewesen sein. Ich glaube, damit dürfte ich den Kabelsalat-Rekord für Vortragende aufgestellt haben, aber Kabelsalat ist ja bekanntlich gesund.

Ach ja, natürlich hatte das Audiokabel vom Synthesizer zu meinem Notebook einen fetten Wackelkontakt. (Ich hatte mir am morgen extra noch einen neuen 6,3-zu-3,5mm-Klinkenadapter gekauft, allerdings war wohl der 6,3mm-Klinkenstecker des Kabels selbst defekt.) Und immer, wenn ich das einigermaßen im Griff hatte, ging das Netzwerk zwischen den beiden Notebooks nicht mehr. Neingeist meinte zuvor noch (frei zitiert): "Ach, abgesehen von der Tastatur... Immer wenn das Netzwerk nicht geht, dann drück' den Stecker so ein bißchen nach hinten; die Buchse hat 'nen Wackler..."

Naja, mit einigen neuen grauen Haaren lief schließlich alles etwa 9 Minuten nach dem eigentlich vorgesehenen Vortragsbeginn und unglaublicherweise konnte ich den Vortrag ohne weitere Probleme halten. Puh.

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