mgr's weblog

9-fach VGA-Multiplexer

June 12, 2005, Electronics
Last edited on June 16, 2005

Monitorwand, hell, frontal

Kurz vor der diesjährigen, vierten GPN des Entropia aka Chaos Computer Club Karlsruhe habe ich beschlossen, daß etwas visuelle Untermalung zur audiophilen Unterhaltung während der Veranstaltung recht angenehm sein könnte.

Da keine anderweitige Visualisierung geplant war, sollte das ganze ruhig etwas größer ausfallen, und da erschien mir ein 9-facher VGA-Multiplexer, um eine Monitorwand aus neun Monitoren ansteuern zu können, recht geeignet.

Ein Schaltplan war schnell gefunden und so habe ich nach einiger Beratung mit Alex am Vortag der GPN4 ein nicht winziges Elektronikhäufchen von 45 Transistoren, 50 Widerständen, 9 VGA-Buchsen, einem VGA-Steckern, Kabeln und einer Lochrasterplatine beim Mükra erstanden, nachdem sich Chre dankenswerterweise als finanzieller Unterstützer gemeldet hatte.

"Jetzt nur noch mal eben löten", habe ich in grandioser Unterschätzung der notwendigen Arbeitszeit gedacht. Ha ha ha. Das Löten hat natürlich etliche Stunden gedauert. Ewigkeiten, bis es endlich soweit war, daß ich vier Verstärkerreihen sowie drei Anschlußkabel fertig waren:

VGA-Multiplexer-Platine, halb fertig, von oben VGA-Multiplexer-Platine, halb fertig, von unten

Sah das zu dem Zeitpunkt nicht noch grandios schön aus? Diese edlen Flüßchen von Lötzinn an der Unterseite. Mhmmm...

Wie konnte es anders sein, als daß es natürlich nicht funktioniert hat. Wenn man ganz genau hingesehen hat, war zwar ein Geisterbild zu erkennen, aber von Brillianz konnte keine Rede sein. Glücklicherweise hat sich Alex meiner erbarmt und hat sich abends mit seinem Oszillator zu mir gesellt.

Nach ewigen Herumgerätsel, wie diese seltsame Schaltung nun funktioniert, und fassungslosem Staunen, wie unglaublich schlecht und ungeeignet sie eigentlich ist, Entfernen der fünf 75-Ohm-Eingangswiderständen, Herumdrehen aller Transistoren (hust, ähm... verschämt-herumguck) hat es schließlich Stunden später funktioniert.

(Es hat sich desweiteren herausgestellt, daß es nicht wirklich nötig ist, jedem Monitor zwei eigene Verstärker für horizontale und vertikale Synchrosination zu gönnen; je einer war für alle letztendlich neun angeschlossenen Monitore ausreichend. Beim Synchronisationssignal kommt es anders als bei den drei Farbleitungen ja nicht so sehr auf die Spannung an.)

Spät in der Nacht habe ich noch eine fünfte Verstärkerreihe hinzugefügt. Damit habe ich es allerdings bewenden lassen, da wir zuvor festgestellt hatten, daß wir für unseren Anwendungszweck ruhig zwei Monitore an eine Verstärkerreihen anschließen konnten. Aus verständlichen Gründen hatte ich wirklich keine Lust mehr, weitere 12 Transistoren, 12 Widerstände und diverse Brücken auf engem Raum zu verlöten.

VGA-Multiplexer, Kabel mit zwei VGA-Anschlüssen

Warum das überhaupt so lange gedauert hat? Dieses kleine Platinchen? Tja, bitte nicht übersehen, daß immerhin stolze zehn Monitoranschlußkabel mit jeweils sechs verbundenen Adern und einer Lötbrücke über fünf der fünfzehn Buchsenpins zu erstellen waren. Das dauert selbst mit einiger Übung und in Parallelarbeit zu zweit (Dank an Alex und Cupe!) seine Zeit.

Letztendlich sah die fertige Schaltung mit dem Anschlußwust an Kabeln, wie es am nächsten Tag beim eigentlichen Aufbau fixiert worden ist, so aus:

fertiger VGA-Multiplexer mit Kabelsalat

Bilder des entgültigen Aufbaus während der GPN4

Monitorwand, dunkel, mit Nanoc Monitorwand, dunkel, Bild 1 Monitorwand, dunkel, mit Plattenspieler

Monitorwand, dunkel, Bild 2 Monitorwand, hell, von links-unten Monitorwand, dunkel, Bild 3

Fazit

Der Multiplexer funktioniert erstaunlich gut. Wenn man lediglich einen Monitor pro Transitor-Trio anschließt, ist das Bild recht hell und scharf. Wir haben allerdings nur geringe Auflösungen getestet -- sprich 640x480 und 800x600. Bei zwei Monitoren wurde des Bild schon merklich dunkler und verwaschener. Für ein bißchen wohltuendes Geblinke hat es aber gereicht.

Zumeist hat die Wand zur Musik passende Animation geboten. Größtenteils handelte es sich dabei um irgendeinen Internetradiostream, doch am Freitag abend waren auch zwei DJs anwesend, die für angenehme Beschallung gesorgt haben.

Freitag nacht konnten wir gar für einige Zeit mit Live-Visualisierungen eines Mailänder VJs aufwarten! Wir haben die Musik der DJs zu ihm gestreamt und er hat uns einen Visualisierungsstream zurückgeschickt, der dann von Freaks Notebook an die Monitorwand ausgegeben wurde. Letzterem ist diese Einlage übrigens auch zu verdanken.

Dank

Vielen Dank an Alex, Cupe und Frederick, die fleißig mitgelötet haben; insbesondere an Alex, ohne den ich doch ziemlich aufgeschmissen gewesen wäre. Danke an alle, die Monitore bzw. den Ansteuerungsrechner mitgeschleppt und während der GPN zur Verfügung gestellt haben. Danke an Chre für die finanzielle Beteiligung. Und auch noch an Alex, Neingeist, Chre, TabascoEye und eventuell noch andere für die Photos.

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